schwarz sehen

Nicht immer schwarzsehen…

Wie viel wir am Tag schwarzsehen ist uns gar nicht bewusst. Wenn wir das aber mal dokumentieren würden, würde uns auffallen, dass nahezu 85% unserer Gedanken negativ sind. Ist das nicht irgendwie erschreckend?!

Manch einer denkt er hätte Grund schwarz zu sehen. Weil plötzlich alle Elektrogeräte in der Wohnung nacheinander den Geist aufgeben. Weil ein Date nach dem anderen dramatisch schlecht verläuft. Weil man unzufrieden mit sich selbst ist und das Gefühl hat nichts ändern zu können.

Jetzt kommt nicht der Spruch: „Denke positiv!“ Das ist totaler Quatsch. Wenn man sich nämlich in einer miesen Situation befindet oder einem etwas Schlimmes passiert ist, dann ist das „Problem“ für einen selbst sehr groß. Es wird auch nicht kleiner indem man denkt „hätte noch schlimmer sein können“ oder „ist doch gar nichts passiert“. Zudem ist das positive Denken auch ein Lernprozess. Das kommt nicht von einem Tag auf den anderen.

Beispiel 1:

Alle Elektrogeräte in der Wohnung gehen kurz nacheinander kaputt.

Wirklich alle? Wenn ja, dann kann es an einem kaputten Stromkreislauf liegen und ein Elektriker bringt Klarheit. Und was heißt kurz nacheinander. Wirklich im Tagesabstand oder sind die Geräte einfach alle schon sehr alt und haben zufällig dasselbe Verfallsdatum? Auch dieser Gedanke kann das Ganze wieder entzerren. Und was wichtig wäre. Sollte dies bei dir der Fall sein, dass alle Geräte innerhalb kurzer Zeit kaputt gehen, denke nicht: „Welches Gerät geht mir morgen kaputt?“ oder „Wenn ich mir einen neuen Laptop kaufe, geht er mir bestimmt auch bald kaputt.“ Das würde bedeuten, dass du einen Zusammenhang bildest (der hoffentlich durch den Elektriker ausgeschlossen wurde) der aber eigentlich nicht da ist. Dieser Zusammenhang würde das Ganze „schlechte“ bündeln und macht es so zu einem großen „Problem“.

Beispiel 2:

Ein Date nach dem anderen verläuft schlecht.

Stell dich in so einer Situation bitte nicht selbst in Frage. Klar, macht man sich Gedanken an was es liegt. Und manchmal ist die Antwort auch, dass man selbst ein anderer Mensch ist, als der andere sich wünscht. Aber ganz ehrlich, das bedeutet nicht, dass du dich, nur weil es bei den wenigen Menschen die du antriffst nicht klappt, komplett ändern musst. Es findet sich auch für dich der richtige Partner. Vielleicht braucht es dazu nur die richtige Gelegenheit. Und es gibt so viele Menschen dort draußen, die in einer Beziehung sind und kreuzunglücklich sind. Sei deshalb nicht zu verbissen darin einen Partner für dich zu finden oder in eine Beziehung zu stürzen die von vornherein fraglich ist. Gib dir genügend Zeit und entscheide dich so, dass es dir damit gut geht.

Beispiel 3:

Du hast beschissen geschlafen und schon früh morgens möchte der Chef, dass du in sein Büro kommst.

Dein erster Gedanke ist bestimmt: „Was möchte der denn von mir? Hab ich irgendwas falsch gemacht? Sind die Testberichte vom Vorabend doch nicht pünktlich bei ihm angekommen?“ Vor lauter negativen Gedanken wirst du dich gar nicht richtig freuen können, wenn er dir in dem Gespräch die Möglichkeit einer höheren Position im Unternehmen eröffnet.

Es gibt also viele Gelegenheiten schwarz zu sehen. Wir müssen es nur nicht. Deshalb versuche ich auch so oft es mir gelingt in jeder Sache etwas Positives zu sehen oder mich von den negativen Erlebnissen nicht allzu sehr herunterziehen zu lassen. Dazu gibt es beispielsweise folgende Übungen:

Übung 1:

  1. Drücke leicht die Schwimmhaut (Haut zwischen Daumen und Zeigefinger) der rechten Hand mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand.
  2. Erinnere dich an eine konkrete Situation in der Vergangenheit in der du dich gut gefühlt hast. Eine bestimmte Aktivität, eine Urlaubssituation oder die Begegnung mit einem Menschen.
  3. Stell dir diese Situation bildlich vor und sehe was es alles zu sehen gab. Achte darauf, ob du in dieser Situation irgendwelche Geräusche, Stimmen oder Ähnliches hören kannst. Spüre so intensiv wie möglich was du in der Situation gefühlt hast.
  4. Nun, wenn du das Gefühl am intensivsten spürst, drücke circa ein bis drei Sekunden deinen Punkt zwischen Daumen und Zeigefinger.
  5. Mache eine kurze Pause und drücke nach einiger Zeit wieder deinen Punkt. Nimm wahr, wie deutlich die Erinnerung an diese Situation wieder auftaucht (Bild – Geräusch – Gefühl). Meist wird das Gefühl am intensivsten wahrgenommen.

www.portal.deutsche-heilerschule.de

 

Übung 2:

  1. Sieh dir dein Problem genauer an. Was ist daran für dich so schlimm? Was macht dir möglicherweise Angst? Was beschäftigt dich daran?
  2. Nimm die Sicht eines Außenstehenden ein. Wie würde eine andere Person die Situation bewerten? Gibt es vielleicht doch einen Weg das Problem zu lösen? Oder ist es aus einem anderen Blickwinkel betrachtet vielleicht sogar gar nicht so schlimm?
  3. Versuche die Situation aus möglichst vielen Blickwinkeln zu betrachten. Du wirst feststellen, dass dein Problem gar nicht mehr so groß ist. Oder du stellst fest, dass du nachdem du die schwierige Zeit hinter dich gebracht hast einen viel besseren Weg gefunden hast und nun ein deutlich angenehmeres Leben führst.

Lass dich von schwierigen Situationen oder von vermeintlichen Pechsträhnen nicht runterziehen.

Zusammen sind wir stark! 
Über Probleme reden und Schwierigkeiten nicht immer mit sich selbst ausmachen...

Zusammen sind wir stark

An einem üblen Tag ist man froh, wenn man Menschen um sich hat mit denen man sich über die Probleme, welche einen beschäftigen austauschen kann. So ging es mir vor kurzem. Ich hatte eine schlechte Nachricht erhalten, welche mich sehr beschäftigt hat. Mir hat es sehr geholfen mich mit anderen darüber zu unterhalten. Mit meinem Mann, mit zwei engen Freundinnen und mit meiner Tante.

Auch wenn diese noch nie wirklich eine solche Nachricht erhalten haben: Sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Meist schon etwas längere Zeit her und können daher mit Abstand von ihren Erfahrungen berichten. Oder einfach nur zuhören und ihre Sichtweisen mitteilen. Das hat mir beispielsweise die Möglichkeit gegeben selbst einen anderen Blickwinkel auf die Situation einzunehmen und die Situation von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Es beruhigt. Es macht einen klareren Kopf. Und was wichtiger ist, man fühlt sich nicht allein mit dem Problem. Denn man weiß, dass andere hinter einem stehen und einem Kraft geben eine schwierige Situation zu meistern.

Dazu ist es wichtig überhaupt über seine Probleme zu reden. Das habe ich auch erst lernen müssen. Ich habe eigentlich mein gesamtes Leben alles mit mir selbst ausgemacht. Ich stand vor Problemen oder Herausforderungen und habe diese selbst gemeistert. Meist erfolgreich. Oft jedoch habe ich viel länger gebraucht oder es war viel schwieriger als wenn ich jemanden mit einbezogen hätte. Über Probleme zu reden bedeutet nicht, alles und jeden mit jeglicher Kleinigkeit zu bequatschen. Sondern es bedeutet auf Menschen zuzugehen und diese an deinem Leben teilhaben zu lassen. Ihnen Situationen zu schildern, welche für dich schwierig sind oder in denen du dich nicht wohlfühlst. Und aber auch positives weiterzugeben und nicht nur negatives. Man sollte auch keine tollen Ratschläge erwarten. Wenn man diese bekommt ist gut. Aber meist hat man mehr davon wenn einem die anderen von ihren eigenen Erfahrungen berichten. Man glaubt gar nicht wie oft man denkt, man wäre mit seinem Problem allein auf der Welt. Da muss man nur rechts und links schauen und man merkt, dass dies bei weitem nicht der Fall ist.

Um überhaupt mit jemandem reden zu können muss aber auch jemand da sein. Ganz allein ist selten jemand auf der Welt. Du lebst sicher nicht auf einer einsamen Insel und bist von jeglicher Kommunikation abgeschottet. Es gibt die nähere Familie. Den Ehepartner oder Freund an deiner Seite. Oder auch die Verwandtschaft. Oft möchte man gar nicht mit jemandem reden, der einem selbst so nah ist. Da kommen natürlich die Freunde in Frage. Oder wenn es noch unpersönlicher geht auch die Arbeitskollegen. Wobei man hier darauf achten sollte, ob man bestimmte Themen wirklich mit seinen Arbeitskollegen besprechen möchte. Sollte man auch hier niemanden finden mit dem man sich austauschen möchte, beispielsweise weil man keine engen Freunde hat oder der Ehepartner gerade das Problem verursacht hat und man mit ihm wohl eher nicht darüber reden kann, genau dann sollte man sich therapeutische Hilfe holen.

Über Probleme reden ist sehr wichtig. Meist lösen sich die Probleme auch von allein. Gerade wenn man darüber reden kann. Ist dies aber nicht der Fall und es beschäftigt einen zu sehr, dann wird es schwierig allein wieder zufrieden zu werden und in nicht seltenen Fällen wird die Unzufriedenheit sehr groß.

So wünsche ich jedem, und ich arbeite selbst daran, über seine Probleme reden zu können. Und sich so das Leben baldmöglichst wieder in zufriedene Bahnen zu lenken!